Soja,- Mandel,- Hafer- und Kuhmilch! Ja, was denn nun?

welche Milch ist die gesündeste? Fragen Sie uns - das Team der Petra Apotheke (apotheke kaiserslautern) Ratgeber für mentale Gesundheit und Achtsamkeit.

Kuhmilch wird oftmals stark kritisiert: Angefangen von Laktose Intoleranz, von der in Deutschland rund 15% der Bevölkerung betroffen ist, bis hin zur schlechten CO2 Bilanz, die sich nicht verleugnen lässt: denn die Haltung großer Mengen an Kühen, deren Ernährung und ihr Methanausstoß, sind unumstritten schlecht für unser Klima.

Auch gesundheitlich steht Kuhmilch nicht allzu gut da. Zwar enthält sie wertvolle Nährstoffe wie Calcium und Eiweiß, wird aber in gleichem Atemtzug mit Krankheiten wie Osteoporose, entzündlichen Prozessen, Akne und Darmproblemen genannt.

Folglich wird es Zeit für eine Alternative.

Sojamilch erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Speziell in Europa und Amerika.

Allerdings ist auch dies nicht ganz unproblematisch: Für den Anbau von Sojabohnen werden weitläufige Flächen an brasilianischem Regenwald, dem Hauptexportland für Sojabohnen, gerodet. Außerdem steht die Frage nach gentechnisch veränderten Sojabohnenprodukten immer wieder im Raum.

Der WWF schätzt, dass mehr als 80% aller nach Deutschland importierten Sojaprodukte gentechnisch verändert sind. Welche Langzeitfolgen dies für den menschlichen Körper haben wird, ist schwer abzuschätzen. (ALPRO  wirbt übrigens damit, nur Sojabohnen zu verwenden, die nicht gentechnisch verändert wurden).

Nun aber zu den Vorteilen der Sojamilch: hinsichtlich des CO2 Fußabdruckes steht Sojamilch wesentlich besser da, als Kuhmilch. Das Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (IFEU), beurteilt die Emissionswerte-Bilanz von Soja als "gut". 

Ebenso kann Sojamilch mit ihren Nährwerten punkten: Sojamilch hat einen hohen Proteinanteil (allerdings niedriger als Kuhmilch), einen niedrigen Cholesteringehalt und wird mittlerweile auch oft mit Calcium angereichert, verkauft.

(Vorsicht ist geboten bei Allergien) 

Kommen wir nun zur Mandelmilch. Hinsichtlich Nachhaltigkeit steht Mandelmilch nicht ganz so gut da. Um vollständig zu reifen, braucht eine einzige Mandel 4 Liter Wasser. Unter dem Strich produziert die Herstellung von einem Liter Mandelmilch im Vergleich zu einem Liter herkömmlicher Kuhmilch, zwar nur rund ein Zehntel der Treibhausemissionen, benötigt aber im Gegenzug 17 mal soviel Wasser! Außerdem hat die Mandel in der Regel eine lange Transportstrecke hinter sich zu bringen, ehe sie am Einsatzort ankommt. Außerdem zerstören (aufgrund der wachsenden Nachfrage) immer größere Flächen an Mandel Monokulturen unsere Erde.

Die Verträglichkeit von Mandelmilch ist gut: frei von Laktose, Soja, Milcheiweiß oder gar Gluten, ist sie meist sehr bekömmlich. Ausgenommen natürlich Mandel Allergiker.

Die Nährwertbilanz jedoch ist bescheiden. Nach vollständiger Verarbeitung der Mandel enthält ein Glas Mandelmilch gerade mal noch 1-2 g Eiweiß und 6 g Fett, sowie nur noch wenig Ballast- und Mineralstoffe. Um trotzdem attraktiv für den Markt zu bleiben, wird alles Fehlende vom Hersteller nachträglich hinzugefügt. Oft auch Zucker!

"Ein schöner Schluss ziert alles", wie es so treffend heißt. Womit wir bei der Hafermilch angekommen wären. Meinem ganz persönlichen Favoriten.

Die Hafermilch ist im Begriff der Sojamilch den Rang abzulaufen - sie wird in USA und Europa immer beliebter! So sehr, dass es letztes Jahr sogar zu Lieferengpässen in Amerika kam.

Der Hype um die Hafermilch ist nicht grundlos. Sie ist geschmacksneutraler als Soja-oder Mandelmilch und lässt sich dadurch wunderbar im Kaffee, im Müsli oder als Smoothie verwenden. Es gibt eigentlich nichts, was man damit nicht zubereiten kann und der Caramel Macchiato schmeckt damit tatsächlich nach Caramel und nicht nach wer weiß was... Selbst pur schmeckt sie, gut gekühlt, wunderbar. Und ganz nebenbei lässt sich Hafermilch perfekt aufschäumen - Barista schwören darauf.

Hafer ist ein wahres Superfood und auch die daraus gewonnene Milch punktet als Sattmacher, mit einem höheren Ballaststoffanteil als andere vegane Milchsorten und mehr gesunden Fetten. Darüber hinaus soll Hafermilch eine cholesterinsenkende Wirkung haben. Eine Warnung jedoch ist an jene gerichtet, die Gluten nicht vertragen - für sie ist Hafermilch ungeeignet.

Außerdem ist Hafermilch sehr nachhaltig. Warum? Hafermilch hat den Vorteil, dass der verwendete Hafer oftmals lokal angebaut werden kann, d.h. die Emissionen für deren Transport sind vergleichsweise niedrig. Aufgrund des lokalen Anbaus besteht somit auch keine Gefahr, dass zusätzlicher Regenwald gerodet werden muss. Außerdem besitzt Hafer, vor allem wenn dieser aus Europa kommt, oftmals Bio-Qualität und wird nur sehr geringfügig mit Chemikalien bespritzt, da Hafer an sich von Natur aus eine recht resistente Pflanze ist. Ebenso benötigt Hafer nur vergleichsweise wenig Wasser für dessen Anbau.

 

Ich habe nun die wichtigsten Milchsorten vorgestellt und was soll ich abschließend sagen?

Die Goldmedaille geht zweifellos an die Hafermilch, gefolgt von der Sojamilch, welche auf einen "guten" zweiten Platz verwiesen wird.

Dieses Ergebnis entbindet euch natürlich nicht davon, den Milch-Test im Selbstversuch durchzuführen:) Ich bin gespannt....

Die Petra aus der Petra Apotheke.