"Frühjahrsputz" in unserem Kopf

Bevor man im Frühjahr anfängt die Wohnung zu putzen und auszusortieren, sollte man dies im eigenen Kopf tun - nämlich Gedanken ordnen und Vorstellungen loswerden, die nicht mehr passen.

 

Die Wohnung mehrmals im Jahr ordentlich zu putzen und das ein oder andere wegzugeben, ist für uns ganz selbstverständlich. Aber wie sieht das mit unserem Kopf, unserem Inneren aus?

Auch hier gibt es Staubfänger - auch hier sammeln sich Dinge an, die man nicht mehr braucht ... die kein Mensch mehr braucht. Ich denke dabei an negative Gedanken und ausgediente Verhaltensmuster. Das versperrt uns nur wertvollen Platz und passt vielleicht schon lange nicht mehr zur Umgebung. Denn so wie sich unsere Wohnung von Zeit zu Zeit verändert, verändert sich auch unser Inneres und entwickelt sich weiter. Und wartet darauf, dass wir Raum schaffen für Neues ...

 

Wie gelingt es uns, dass Minimalismus anstelle von Überfluss in unseren Geist einzieht?

 

Weniger ist mehr.

Social Media, Internet, TV und Werbung sind ständig gegenwärtig, um unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen und unsere Lust auf Neues zu schüren. Ungefiltert prasselt alles auf uns ein - oft interessiert es uns nicht einmal.

So wie unsere Wohnung nur sauber ist, wenn wir sie putzen, so wird es in unserem Kopf nur leise, wenn wir dafür sorgen.

Zuhause lassen wir unsere Türe ja auch nicht für jeden x-beliebigen offenstehen - warum lassen wir dann alles ungefiltert in unseren Geist vordringen?

Wir sollten anfangen, bewusst auszuwählen, womit wir unsere Sinne füttern. Eine medienfreie Zeit kann Wunder wirken. Schalte ab - und schalte ab. Damit reduzieren wir den feinstofflichen Müll, der uns bedrängt, ganz enorm und können aus der Ruhe heraus Erlebtes ordnen.

 

Überholte Glaubenssätze verabschieden.

Glaubensätze sind von uns entworfene Modelle und Strukturen, die uns helfen,  im Leben und auf der Welt zurecht zu kommen, uns zu orientieren. Als Kind beispielsweise, mit wackeligen Beinen, brauchten wir ganz bestimmte Glaubenssätze, die uns Stütze und Halt gaben, bis wir das selbständige Laufen endlich erlernt hatten. Heute stehen wir sicher im Leben - wir können die Glaubenssätze von früher getrost loslassen und Platz schaffen. Mehr noch - wir können sie ersetzen durch klare, einfache, positiv formulierte Sätze, die uns im Heute entsprechen und unsere Entwicklung fördern.

 

Einen positiven Filter nutzen.

Wie oft fahren wir ferngesteuert und ohne Licht durch unseren Alltag, bzw. unser Leben?

Denn viele unserer Gedanken wohnen als Sorgen in unserem Kopf:

ein Vorurteil hier, eine negative Annahme dort; hier ein Vergleich und dort eine pessimistische Erwartungshaltung. Das schlimme daran - diese Gefühle haben es sich bei uns gemütlich gemacht, sie denken gar nicht daran, auszuziehen.  Im Gegenteil - sie pochen auf lebenslanges Wohnrecht und warnen, klopfen, signalisieren und hämmern in unserem Kopf und lassen es ständig viel zu laut sein. 

So werden wir langsam aber sicher taub für den Zauber des Lebens, sehen an den schönen Dingen vorbei, weil all unsere Sinne schon besetzt sind.

Aber auch dies müssen wir nicht einfach hinnehmen, auch hier  können wir etwas tun.

Wir können das Licht einschalten und sehen, was los ist mit uns, was in unserem Kopf vor sich geht.

Sich beschweren, jammern, grübeln, fordern: wer immer mehr und anderes will, als er hat, übersieht das bereits Vorhandene. Wir sollten dankbar sein, für das was wir haben. Klar könnte es mehr sein - aber es könnte auch wesentlich weniger sein.

Lege jetzt, in diesem Moment fest, das Heute durch einen "positiven Filter" zu sehen.

Das Vergangene darf dich prägen, aber nicht beherrschen. Lerne, den psychischen Ballast abzuwerfen und lass los, was dir nicht gut tut. 

 

Ein Notizbuch als ständiger Begleiter.

So wie sich unsere Kleider, Schuhe, Bücher, Zeitschriften offensichtlich ohne Zutun in der ganzen Wohnung verteilen, so breiten sich auch unseren Gedanken in unserem Kopf in alle Richtungen aus, wenn wir sie nicht sortieren und steuern.

Hier eine Abgabe, dort ein Termin, morgen eine Einladung, außerdem der lang vereinbarte Arztbesuch, dann hat sich auch noch die Schwester angesagt, davor natürlich einkaufen, aber die Handwerker, wie war das noch? Was war mit den Handwerkern? Ihr wisst was ich meine... 

Chaos im Kopf. Und Chaos im Kopf verhindert Fokus im Tun.

 

In solch einem Falle hilft es enorm, sich alles aufzuschreiben.

Legt euch ein kleines Büchlein zu , in das ihr alle Termine, Aufgaben, Besorgungen, Anrufe, Buchtipps, Merksätze, einfach alles, notiert. Ist es einmal aufgeschrieben, kommt die Entspannung wie von selbst ( ich spreche aus Erfahrung ). Es entsteht  kein neues Durcheinander durch viele kleine Zettel und man kann sich an Erledigtem erfreuen, wenn man sein Büchlein durchblättert. Außerdem wissen wir nun, wir können nichts mehr vergessen - es ist schließlich notiert - und fangen endlich an, uns auf das momentan Wichtige zu konzentrieren. 

 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Frühjahrsputz in eurem Kopf. Lüftet durch, entfernt, reduziert, ordnet ... und schafft euch dadurch den Raum, Überblick und Durchblick, den ihr euch schon immer gewünscht und in großem Maße verdient habt.

 

Die Petra aus der Petra Apotheke.