Oh,du stressige Weihnachtszeit!

Alle Jahre wieder sorgt Weihnachten bei vielen für Stress ohne Ende.

Statt Vorfreude verspürt man eher Anspannung und Zweifel. "Schaffe ich alles?", "Werde ich mit allem rechtzeitig fertig?","Gefallen hoffentlich die Geschenke?", "Was koche ich dieses Jahr?"...und so weiter!

Und schon sind wir mittendrin im fröhlichsten, seeligsten Weihnachtsstress.

Und zu dem saisonalen gesellt sich natürlich, wie kann es anders sein bei dieser Belastung, noch der hundsgewöhnliche Alltagsstress. Diese Art von Stress, unter der ohnehin die meisten von uns ständig leiden. Auch ohne Weihnachten.

 

Wie ist das nun genau mit dem Stress? Was läuft in unserem Körper ab, wenn wir "Stress haben"?

 

Außergewöhnliche körperliche oder psychische Belastungen waren schon vor Urzeiten Teil des menschlichen Lebens: Da galt es, reißende Flüsse zu überqueren, Tiere zu jagen und Konflikte in der Gruppe auszutragen.

Kein Wunder, dass dem Menschen der Umgang mit solchen Situationen, die wir heute als Stress bezeichnen, im wahrsten Sinne des Wortes „im Blut liegt“.

In Stresssituationen setzt das Gehirn innerhalb von Millisekunden Neurotransmitter (Botenstoffe der Nervenzellen) wie Acetylcholin frei. Das Nervensystem stellt sich dadurch auf „Kampf oder Flucht“ ein.

Der Blutfluss wird vermehrt in die Muskeln umgelenkt und die Hormone Adrenalin und Kortisol werden ausgeschüttet, um ein Maximum an Energie schnell verfügbar zu machen.

Die Folge: Der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich, die Atmung wird kürzer und die Verdauung gedrosselt.

Wir fühlen uns bereit, es mit der Welt aufzunehmen. Diese Stressantwort ist eine natürliche und notwendige Reaktion des Körpers auf Situationen, in denen unsere Existenz auf dem Spiel steht.

 

Heute wissen wir, dass punktuelle Stressreaktionen den Körper zwar kurzfristig bis zu seinen Grenzen belasten, die Gesundheit aber langfristig fördern können.

Wer sich ihnen aussetzt, schläft besser, ist ausgeglichener und bleibt auch im Alter vitaler.

Man spricht deshalb auch von positivem Stress oder Eustress. Voraussetzung von positivem Stress ist allerdings, dass es sich wirklich nur um vorübergehende Belastungen handelt, nach denen das Hormonsystem wieder heruntergefahren wird und zur Ruhe kommen kann.

Auf den Energieaufbau muss eine Entladung folgen: „Gefahr vorbei, alles klar“ ist das Signal, auf das der Körper wartet.

Eine akute Stressantwort hält nur etwa 15 Minuten an. So viel Zeit gibt uns die Natur, um eine akute Gefährdung zu regeln. Und das aus gutem Grund:

Die Reserven, die durch den Adrenalinausstoß angezapft werden und die uns enorme körperliche Kraft verleihen, würden gar nicht länger reichen.

 

Heute jedoch haben wir es immer öfter nicht mit kurzfristigen Belastungen zu tun, sondern mit ANHALTENDEN Stresssituationen - meist psychischer oder SOZIALER Natur.

Das "Gefahr-vorbei-alles-klar"-Signal bleibt aus. 

Bei diesem negativen Stress (auch Dauerstress oder Dystress genannt) wird die, durch die Stresssituation ausgelöste Hormonausschüttung, nicht durch Energieentladung abgebaut.

Wir verbrauchen immer mehr Energie, werden dadurch aber keinesfalls stärker.

Denn die Hormone, die unser Körper unter Dauerstress ausschüttet, 

-  halten unser Immunsystem ständig in Alarmbereitschaft, so     dass es ziellos und fehlerhaft arbeitet! Infektionen         kommen häufiger vor, Wunden heilen schlechter.

-  sorgen für eine Dauerbelastung des Herz-Kreislauf-Systems:

   Der Blutdruck steigt, und die Blutgefäße werden               anfälliger  gegenüber schleichenden Entzündungen.

   Solche Entzündungen liegen nach heutiger Auffassung auch     der Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zugrunde.     

 

Verheerend wirkt sich das durch Dauerstress erhöhte Gefäßrisiko aus: Nach Zigarettenkonsum und erhöhten Blutfettwerten ist Dauerstress heute eine der Hauptursachen des Herzinfarkts.

Aber auch andere Organe werden durch den Dauerstress stärker belastet – vor allem Magen-Darm-Probleme (vom Reizdarm bis zum Magengeschwür) kommen bei unter Dauerstress stehenden Menschen häufiger vor.

 

Die Stresshormone 

  • belasten auch unser Gehirn: Wir sind ständig „angespannt“, reizbar und leichter aus der Fassung zu bringen. Unsere Kreativität und Produktivität bei der Arbeit nehmen ab. Langfristig droht aber auch die „stille Resignation“: Wir stumpfen ab, werden lustlos, nach längerer Zeit sogar depressiv. Dauerstress beeinflusst also nicht nur unsere körperliche Gesundheit, sondern auch unser Denken und Empfinden bis hin zum sozialen Leben. Dauergestresste Menschen werden häufiger suchtkrank und müssen sich häufiger wegen Depressionen behandeln lassen.

Das Gefährliche: Viele dieser Veränderungen stellen sich schleichend ein. Es gibt kein Signal, das davor warnt, dass unser Körper nicht mehr im grünen Bereich arbeitet.

 

Die Ursache von Dauerstress gibt es nicht. Was für den einen eine positive Belastung ist, kann für den anderen eine Überforderung sein.

Die Stressforschung geht deshalb von einem relativen Belastungsmodell aus:

Jeder Mensch besitzt eine Art „Stress-Thermostat“, der ihm vorgibt, welche Belastung er als optimal empfindet und wo seine Belastungsgrenzen liegen. Was wir innerlich als Belastung oder Bedrohung einstufen, hat also vor allem etwas mit der Bewertung der auf uns einwirkenden Belastung zu tun. Stress entsteht nicht nur „außen“, sondern auch „innen“: Wie die Welt ist, ist oft weniger entscheidend als unser Selbstbild.

Eine Situation wird am ehesten als bedrohlich erlebt, wenn wir das Gefühl haben, ihr nicht gewachsen zu sein.

Bewerten wir unsere eigenen Kräfte als gering, so ist der Stressthermostat niedrig eingestellt und die Stressantwort springt schon bei geringen Belastungen an.

Bei der Einstellung des Thermostats spielen aber auch unsere Erwartungen und Bedürfnisse eine Rolle: Was brauchen wir, um uns gefordert, aber nicht überfordert zu fühlen?

Auch hier sind wir Menschen sehr unterschiedlich - während die einen nach immer neuen Herausforderungen suchen, sehnen sich andere vor allem nach Sicherheit.

 

Außerdem spielen bei der Bewertung von Belastungen Persönlichkeitsfaktoren eine wichtige Rolle. Und diese Faktoren sind nur zum Teil beeinflussbar, da unsere Persönlichkeit nicht nur von unseren Lebenserfahrungen abhängt, sondern auch genetisch veranlagt ist.

So wird angenommen, dass etwa 15% der Erwachsenen von ihrer Persönlichkeit her gegenüber Stress kaum anfällig sind, weitere 15% dagegen auf Stress überreagieren.

 

Ich wünsche allen unseren Lesern, dass sie zur ersten Kategorie gehören, oder wenigstens zur breiten Mitte, die mit Stress entspannt umgehen kann.

Und wen es interessiert, bald kommt der 2.Teil zum Thema Stress, mit den Schwerpunkten "Gewohnheiten ändern, Zeitmanagement, Ballast abwerfen, positiv denken"!

 

Bis dahin wünsche ich eine entspannte und ruhige Weihnachtszeit,

die Petra aus der Petra Apotheke.