OVERTOURISM, der neue Massentourismus

Jetzt ist die spannende Zeit gekommen, den Urlaub für das neue Jahr 2020 zu planen.

Jetzt kennen wir die Termine der Schulferien, der Feiertage, der beweglichen Feiertage und nicht zuletzt die Termine der Notdienste. 

Jetzt können wir anfangen die Reiseblogs, die Tipps von Freunden und die schönen Fernwehbilder auf Instagram und Co. unter die Lupe zu nehmen.

 

Und hier kommt mein Rat und meine Bitte: Lasst uns das oder die Reiseziele für die kommende Saison behutsam und mit Bedacht auswählen. Denn -

Paradiese lost: Tourists are destroying the places they love...So und ähnlich ist es auf den zahlreichen Transparenten zu lesen, die erboste Anwohner vom Massentourismus betroffener Städte, an ihren Hauswänden angebracht haben.

 

Die Steigerung von Massentourismus ist OVERTOURISM.

Und ganz besonders heimgesucht von diesem neuzeitlichen Phänomen sind Städte wie Venedig, Barcelona und Dubrovnik, Amsterdam oder Paris. Aber auch Landstriche wie Tirol, der Bodensee und die Inseln Santorin, Capri oder Cinque Terre, um nur einige zu nennen, bleiben nicht verschont.

 

Was ist passiert? In den letzten 30 Jahren hat die weltweite Reisetätigkeit jährlich um jeweils 4% zugenommen. Der größte Zuwachs kommt aus dem asiatischen Raum und Indien. (Wenn man bedenkt, dass nur ca. 10% aller Asiaten im Besitz eines Reisepasses sind, kann man sich ungefähr vorstellen, wohin sich 'Overtourism' entwickeln wird, so die Reisebedingungen in entsprechenden Ländern vereinfacht werden).

Aber auch innerhalb Europas wird die Reisetätigkeit angesichts niedriger Flugpreise und guter Verbindungen hoch bleiben.

Wie geht man nun damit um, mit diesem OVERTOURISM? Denn sind wir mal ehrlich - so absurd es klingt, aber niemand mag Touristen. Noch nicht einmal Touristen selbst...

 

Man sollte versuchen, umweltbewusst zu reisen. Angebote von nachhaltigen, umweltfreundlichen Hotels bevorzugen.

Den eigenen Müll vernünftig entsorgen und auch andere darauf hinweisen (Negativ Beispiel ist der 'Müllplatz Mount Everest').

Möglichst in der NEBENSAISON reisen. An vielen Orten ist es außerhalb der Hochsommermonate um einiges leerer und auch günstiger.

Oft gibt es wunderbare Alternativen zu den sogenannten Hotspots. Warum nicht mal nach Karlskrona statt nach Stockholm?

In großen Städten gibt es vermehrt tolle Angebote, die die Peripherie und das Umland bewerben. Gerne mal über solch eine Alternative nachdenken. Warum zum 5.Mal zum Brandenburger Tor oder Reichstag, wo es ein paar Kilometer entfernt, noch so viel anderes zu entdecken gibt?

 

Aber dies alles löst natürlich nicht das Grundproblem.

Wo eine Fernreise wie eine Butterfahrt empfunden und der Kurztrip im Billigflieger als Menschenrecht angesehen wird, hat das Reisen seine Unschuld verloren.

Und wer wirklich im Juli nach Dubrovnik muss, der hat es nicht anders verdient. Zumindest ist Tourist dann unter seinesgleichen, denn von den ehemals 5000 Bewohnern der Altstadt des kroatischen Adria Städtchens, sind nur noch 800 übrig geblieben. Die anderen haben die Flucht ergriffen... Overtourism lässt grüßen.