Loyalität hat Vorrang

LOYALITÄT ist nicht grau. Loyalität bekennt Farbe. Loyalität ist entweder schwarz oder weiß. Entweder ein Mensch ist loyal, oder er ist es nicht. Ein dazwischen ist unmöglich. Man kann nicht ein "bisschen" loyal sein.

 

Ohne Loyalität gibt es keine stabile Beziehung. Loyalität ist der Schlüssel für wahre Freundschaften, funktionierende Arbeitsverhältnisse und Partnerschaften.

 

Loyalität lässt sich so beschreiben: Loyalität ist eine innere Verbundenheit gegenüber einer Person, Gemeinschaft oder Gruppe, die auf Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Gegenseitigkeit beruht. Auf einen loyalen Menschen kann man sich verlassen und ihm vertrauen.

 

Loyalität zeigen wir dann, wenn wir jemandem zur Seite stehen. Freiwillig. Wir teilen die Werte und Ansichten einer Person, Gruppe oder des Arbeitgebers. Loyal heißt aber außerdem, Ziele zu unterstützen, die sich nicht unbedingt mit unseren eigenen decken. Das kann bedeuten, dass wir unsere Interessen zugunsten anderer vorübergehend zurückstellen. Das ist Loyalität. 

 

Ganz wichtig: Loyalität lässt sich nicht einfordern oder erzwingen. Loyalität ist immer eine freiwillige Sache und hat mit Zwang nicht das Geringste zu tun. Das einzige was man tun kann, ist, selbst die Grundlage dafür zu schaffen, dass andere sich uns gegenüber loyal verhalten wollen. Und dies geschieht durch eigene Loyalität dem anderen gegenüber.

 

Wie kann unsere Umgebung nun loyaler und damit lebenswerter werden?

 

- Wir sollten immer darauf achten, was wir sagen. 

Wie wir über andere (den Freund, die Freundin, den Partner, die Firma) sprechen, ist ein entscheidender Faktor beim Thema Loyalität: Wir sollten niemals schlecht hinter dem Rücken anderer über sie sprechen. Wenn man nichts Gutes sagen kann oder will, dann lieber mit den Äußerungen zurückhalten. Das heißt nicht, dass man keine Kritik üben darf. Aber bei Dritten herummeckern ist unprofessionell und hat mit Loyalität nichts zu tun.

 

- Die mentale Kündigung oder Trennung zerstört jede Loyalität.

Wer sich indirekt ständig nach einem anderen Partner umschaut oder seine Stelle lieber heute als morgen aufgeben würde, bei dem läuft etwas schief. Loyalität ist unter solchen Bedingungen unmöglich. Ehrlicher ist es, sich zu entscheiden: Ist man mit der jetzigen Situation zufrieden? Ja? Dann verhalte dich loyal. Wenn nicht, dann sollte man schauen, was man ändern kann.

 

- Das Minimum ist nicht genug.

Auf Sparflamme entsteht keine Loyalität. Wer immer nur mit so wenig Einsatz wie möglich durchkommen will, hat vom Wesen der Loyalität nichts verstanden. Loyal sein bedeutet auch, etwas mehr zu leisten, als unbedingt nötig. Die eigene Hilfe anzubieten, sich aktiv in die Firma einzubringen, Freunde tatkräftig zu unterstützen , wo es nötig ist. Klar, das kostet Zeit und Energie, aber es zahlt sich zu 100% aus.

 

- Vertrauen niemals ausnutzen.

Wie leicht könnte man sich manchmal einen kleinen Vorteil auf Kosten anderer verschaffen. Nicht mal daran denken! Wir machen unsere Spesenabrechnung korrekt, benutzen den Firmenkopierer nicht für private Zwecke, tragen nicht mehr Stunden ein, als wir tatsächlich gearbeitet haben. Freunden gegenüber stöbert man nicht in deren Umfeld, öffnet keine fremde Post, plaudert keine Geheimnisse aus. Schließlich möchten wir uns umgekehrt auch darauf verlassen können.

 

- Zivilcourage ist ebenfalls Loyalität.

Nämlich Loyalität Unbekannten gegenüber. Fremden, die unsere Hilfe brauchen und verdienen.

Das könnte bedeuten, dass wir die Polizei rufen, wenn wir etwas Unrechtes beobachten.

Dass wir Partei für jemanden ergreifen, der angegriffen, beleidigt oder ungerecht behandelt wird.

Dass wir verlorene Gegenstände zum Fundbüro oder zum Eigentümer zurückbringen. 

Dass wir die Augen offen halten, ob andere unsere Hilfe brauchen. Vielleicht eine Tür offen zu halten, jemandem in der Schlange den Vortritt lassen, jemandem etwas aufzuheben, das ihm runter gefallen ist. Ich glaube, jeder weiß, was ich meine.

 

- Allerdings hat Loyalität auch Grenzen!

Die Grenzen der Loyalität sind überall dort erreicht, wo sie gegen unser Gewissen gehen. Man muss keinen Betrug des Chefs decken, keine Lügen für einen untreuen Freund erfinden und kein Fehlverhalten in der Familie vertuschen. Sobald man gewisse Entscheidungen oder Forderungen nicht mittragen kann, muss man sich für sein Gewissen und gegen die Loyalität entscheiden.

Denn bei aller Loyalität anderen gegenüber, dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch Raum für uns selbst brauchen. Um unser Ding zu machen. Um unabhängig zu bleiben.

Denn wenn wir uns selbst aus den Augen verlieren und immer nur loyal für andere da sind, raubt uns dies langfristig die Kraft, die wir genau dafür brauchen.