Gedanken für den Lockdown

Was passiert, wenn wir jetzt doch in häusliche Quarantäne müssen? Kann man das verhindern? Die Petra Apotheke Kaiserslautern ( apotheke kaiserslautern) hat sich Gedanken gemacht. Lesen Sie hier...

Ich kenne nicht sehr viele, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, bzw. befunden haben. Und euch geht es wahrscheinlich ähnlich.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt und steigt und damit die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich auch jemanden aus unserem Umfeld trifft.

 

Ab Mitte dieser Woche gehen wir in den nächsten Lockdown - nicht in die "Lightversion", denn die hat ja nachweislich gar nichts gebracht - oder vielleicht doch? Denn wer weiß in welcher Höhe sich die Zahl der Neuinfektionen sonst bewegen würde? Ohne geschlossene Restaurants, Bars, Discos, Fitness-Studios, etc ...

Nun ja, Lockdown light hin oder her, das ist ab übermorgen eh Historie.

Ich jedenfalls habe mir für die Zeit im tatsächlichen Lockdown ein paar Gedanken gemacht, die ich gerne mit euch teilen möchte.

 

Wir sollten Überraschungen lieben lernen

Privat mögen wir es in der Regel, überrascht zu werden. Davon lebte bisher die gesamte Freizeitindustrie. In der Wirtschaft aber muss alles vorhersagbar, berechenbar, steuerbar sein. Vielleicht hat man dort ja Szenarienplanung betrieben: ein bestes Szenario, ein schlechtestes und ein wahrscheinlichstes. Was nützt das jetzt? Eine Pandemie sah niemand vorher. Diese Krise werden jene am besten überstehen, die mit Überraschungen gut zurechtkommen. Jetzt geht es um Beweglichkeit und kreative Ideen. 

 

Alte Erfolge zählen nur noch wenig

Corona steht für schockartige Veränderungen: Auftrittswahrscheinlichkeit minimal, Auswirkung maximal. Solche Schocks treffen große, erfolgsverwöhnte Unternehmen heftiger als mittlere und kleine. Wenn sich von einem Tag auf den anderen die Welt ändert, kann früherer Glanz eher hinderlich sein.

 

Es wird nicht mehr sein wie vorher 

"Aufstehen, Krone richten, weitergehen", so einfach wird es diesmal nicht werden. Wir werden nicht dort weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Vieles wird es in der alten Form nicht mehr geben. Wenn wir das akzeptieren, können wir in der Zeit des Stillstands nachdenken, was wir gut können und was uns danach – wann immer das sein wird – beim Überleben hilft.

 

Vorerst hat es sich ausgewachstumt 

Klimawandel, Gletscherschmelze, CO₂-Fußabdruck – alle wussten es, nur wenige taten etwas dagegen.

Die Wirtschaft war wichtiger. Und stetes Wachstum.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet ein klitzekleines Virus alles zum Erliegen bringt.

Nie war die Luft über China sauberer als jetzt. Die Frage ist nun: Was werden wir daraus machen? Werden wir es danach besser machen? 

 

GEMEINSAM oder jeder für sich allein?

Ziehen wir das -ganz romantisch- alle gemeinsam durch, oder kämpft jeder für sich allein?

Denken wir es mal durch. Im Moment haben alle Angst - Unternehmer, Führungskräfte, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten. Jeder kann für sich kämpfen. Oder alle begreifen sich als soziales System, das sie selbst gestalten können. Nicht gegeneinander, sondern gemeinsam. Ja, das ist Charaktersache. Corona kann das Beste in uns zum Vorschein bringen – oder das Schlechteste. 

 

Ich bin weil ich etwas leiste

Wirklich?  Unsere alte Welt war auf Leistung aufgebaut. Man nannte sich Leistungsträger, man perfektionierte, kon­trollierte, zertifizierte. Dahinter steht der tiefe Wunsch nach Sicherheit. Ich leiste, also bin ich wichtig, also bin ich sicher, auch in Zukunft.

Das Virus hat vielen von uns Leistung und damit Sicherheit genommen. Früher drehte sich das Hamsterrad so schnell, dass wir nicht zum Nachdenken kamen, ob wir das überhaupt wollten. Jetzt können wir es. Wie wollen wir leben?

 

Der Sinn unseres Lebens

Die Bundesregierung hat ein riesiges Rettungspaket für Wirtschaft und Gesellschaft geschnürt. 

Für manche kommt damit eine Art bedingungsloses Grundeinkommen über die Corona-Hintertür herein.

Finanziell über die Runden zu kommen, ist ein Aspekt - eine Aufgabe zu haben, ein anderer. Eine Aufgabe zu haben, stiftet Identität, Verwirklichung, Sinn.

Diesen Sinn seines Lebens muss jeder für sich selbst finden. Zeit zum Nachdenken haben wir jetzt.

 

Aber vielleicht kommt ja alles ganz anders und wir haben alle ganz einfach... GLÜCK. Wie zu Beginn der Pandemie. Vielleicht werden im Notverfahren wirksame Impfstoffe zugelassen, die erstmal die Gefährdetsten und Zerbrechlichsten unter uns und später dann ALLE schützen?

Wer weiß das schon? 

 

Ich wünsche es uns - dann können wir im alten Trott weitermachen (oder auch nicht) und meine "Gedanken für den Lockdown" umgehend in Quarantäne verschieben.

Die Petra aus der Petra Apotheke.