Die SCHRECKLICHSTE Firma weltweit

Wenn wir über die fragwürdige ´Auszeichnung´ - "schrecklichste Firma" der Welt- nachdenken, fallen uns mit Sicherheit direkt der Agrarkonzern Monsanto oder der Lebensmittelriese Nestle ein.

Weit gefehlt. Ein privat geführtes Unternehmen, ansässig in den USA, genauer gesagt in Minnesota, hat seine beiden Mitbewerber um den Titel "schrecklichste" Firma der Welt, aus dem Rennen geworfen. 

Die Rede ist von dem weltweit agierenden Agrarkonzern CARGILL.

 

"Heute hat ein privat geführtes Unternehmen vielleicht mehr Macht, das Klima, das Wasser, die Ernährungssicherheit, die öffentliche Gesundheit und die Menschenrechte der Welt zu zerstören oder zu schützen als jedes andere Unternehmen in der Geschichte."

 

Mit diesen Worten beginnt der Bericht der Umweltschutzorganisation Mighty Earth über den US-Konzern Cargill, zu dessen Kunden auch deutsche Supermärkte und Schnellrestaurants, wie beispielsweise Aldi, Edeka oder Mc Donalds gehören.

Weltweit beliefert Cargill Supermarktriesen wie Walmart und Target, aber auch Nestle, Coca-Cola, Unilever, Danone, Burger King und Kellog´s...

Auch wenn Cargill den meisten von uns unbekannt ist- das Unternehmen liefert vieles, was auch nur entfernt für die Lebensmittelproduktion notwendig ist ... entkommen kann man ihm kaum!

 

Von Baumwolle bis Ölsaaten, von Getreide bis Süßungsmittel, von Tierfutter bis Biodiesel, von Kakao über Schokolade zu Tortillas, Salz, Fleisch-und Eierprodukten, von Stärke, Proteinen, Emulgatoren und Beschichtungen für Pfannen und Backbleche, bis hin zu Straßenbelägen, Straßensalz und Enteisungsmitteln stellt Cargill alles her. Selbst vor Zusatzstoffen für Kosmetika machen sie nicht Halt. Und auch im Finanzsektor ist Cargill tätig!

 

In Deutschland hat das Unternehmen zwölf Standorte, mit einem Hauptsitz in Krefeld. Weitere Werke liegen u.a. in Barby/Sachsen-Anhalt(Stärkefabrik), Salzgitter/Niedersachsen(Ölmühle und Mälzerei), Malchin/Mecklenburg-Vorpommern(Pektin), Mainz/Rheinland-Pfalz(Ölmühle)und Frankfurt-Höchst(Biodiesel).

 

Auf seiner Website wirbt Cargill mit dem Slogan:"Cargill setzt sich dafür ein, dass die Welt gedeiht."

Vielleicht sollte es eher heißen:"Cargill setzt die Welt dafür ein, dass das Unternehmen gedeiht."

 

Und woher genau kommt nun Cargills schlechter Ruf?

 

 

Cargill hat sich den Titel "schrecklichste Firma der Welt" hart erarbeitet.

Die Liste an Vorwürfen, die Mighty Earth in ihrem Bericht zusammengefasst hat, ist lang.

Unter anderem wird das Unternehmen beschuldigt, mit dem Kidnapping von Kindern in armen Ländern, wie beispielsweise Indonesien und Kuala Lumpur, in Zusammenhang zu stehen, die anschließend auf Kakaoplantagen Zwangsarbeit verrichten müssen.

Kinder, welche die bis zu 14 Stunden langen Schichten nicht verrichten können oder gar fliehen wollen, werden gewalttätig festgehalten, indem ihre Füße aufgeschnitten werden.

Eine entsprechende Bezahlung erhalten die Kinder nicht. Essen, Wasser und Schlaf werden kaum gewährleistet.

Für diese Zustände wurde ein Gerichtsverfahren nicht nur gegen Cargill eröffnet, sondern auch gegen Nestlé, welches hier ebenfalls seine Finger im Spiel hat.

Cargill verspricht mittlerweile, dass es versuchen werde, die ‘schlimmsten’ Fälle von Kinderarbeit um 70 % zu verringern.

Doch dieses Versprechen könnte fragwürdig sein: Obwohl sich Cargill der lebenbedrohlichen Umstände bewusst ist, entscheidet sich die Firma trotzdem nicht dafür, die Umstände sofort zu beseitigen. Sie rechtfertigt sich damit, NICHT für die Arbeitsbedingungen außerhalb des eigenen Landes verantwortlich zu sein.

 

Ein weiterer schwerer Vorwurf gegen das Unternehmen ist dessen Umgang mit der Umwelt und einheimischen Völkern in beispielsweise Paraguay.

Cargill hat in seiner Firmengeschichte immer wieder bewusst gegen Richtlinien verstoßen, welche dem Umweltschutz dienen.

Ebenso berichten indigene Völker, dass die Firma sie von ihrem Land vertreibt – unter extremer Gewaltanwendung bis hin zu Mord und mit biologischen Waffen.

Cargill soll vorsätzlich Pestizide über dem Wohnland der indigen Felder versprüht haben, sowie die Schuld an verunreinigtem Wasser haben, von welchem Kinder tranken und anschließend starben.

Die Liste der Vorwürfe gegen Cargill ist unendlich lang und die hier genannten Beispiele sind nur ein winziger Auszug derer. Der komplette Bericht kann auf Mighty Earth gelesen werden.

 

UND GENAU DIESER BERICHT ZEIGT EINMAL MEHR,WESHALB ES ALS KONSUMENT SO WICHTIG IST,SICH ZU INFORMIEREN UND MIT EINEM KRITISCHEN BLICK EINKAUFEN ZU GEHEN.

 

Produkte von Cargill zu vermeiden, ist allerdings noch schwerer als bei Nestlé, Unilever und Co.:

Viele von Cargills Erzeugnissen stehen ganz am Anfang der Verarbeitungskette: Man kann nicht nachvollziehen, ob das Getreide im Brot oder das Süßungsmittel im Getränk ursprünglich von dem Agrarkonzern stammt.

 

Was man aber tun kann:

Jeder von uns kann Hersteller unterstützen, die sich für nachhaltige Lebensmittelherstellung einsetzen.

 

- KAUFE BIO. Am besten von den Anbauverbänden Demeter, Naturland oder Bioland. Diese Anbauverbände haben noch strengere Richtlinien als das EU-Bio-Siegel.

 

- Vermeide verarbeitete Lebensmittel und koche und backe lieber frisch - mit regionalen Zutaten. Versuche komplett auf Fertigprodukte zu verzichten.

 

- Kaufe auf dem Wochenmarkt ein oder im Hofladen - dort gibt es meist nur regionale Produkte, die nur eine kurze Anlieferungsstrecke hinter sich haben. Außerdem kann man dort nachfragen, woher das entsprechende Produkt stammt. 

Es gibt auch in kleinen Städten immer mehr Hof - bzw. Unverpacktläden. In dieser Richtung tut sich erfreulicherweiser sehr viel.

 

- Trinke Leitungswasser und mache deine Limonaden und Säfte selbst.(Rezepte folgen in einem der nächsten Beiträge)

 

- Und nicht zuletzt: Fast jeder kann zumindest einen Teil seiner Lebensmittel selbst anbauen - dazu braucht es nicht einmal einen eigenen Garten. Auch dazu kommt, passend zum bevorstehenden Frühling, ein Beitrag: "Eigenes Gemüse, ohne Garten."

 

Und bis dahin wünsche ich euch allen eine gesunde Zeit. 

Die Petra aus der Petra Apotheke - in Kaiserslautern-