Über die Selbstliebe oder "Das ist das Leben"

"Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinender...und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: Das ist das Leben!"

 

Dies ist ein Auszug aus Charlie Chaplins Gedicht "Das ist das Leben!"Er schrieb es am 16. April 1959, an seinem 70. Geburtstag. Das zeigt uns einmal mehr, dass manche Worte nie, wirklich NIEMALS, ihre Gültigkeit verlieren.

 

Weiterhin schrieb er "Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, das mich immer wieder hinunter zog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich es "Gesunden Egoismus", aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE."

 

 

Und damit wäre ich beim heutigen Thema.

Der Selbstwahrnehmung und Selbstliebe.

Die Selbstliebe scheint heutzutage in aller Munde zu sein. Gerade auf Social Media, speziell auf Instagram, begegnen wir ihr immer wieder.

Da kündigen Travel Blogger von heute auf morgen ihren Job, um hauptberuflich um die Welt zu reisen, und plötzlich, tataaa, lieben sie sich und ihr Leben. 

Und die Fashion Blogger, in ihren wunderbaren Haute Couture Klamotten, die wiederum hauptberuflich in Szene Cafes abhängen, einen frisch aufgebrühten Filterkaffee in der Hand - DIE lieben sich und ihr Leben ja sowieso. 

Genauso wie die mega erfolgreichen Jungunternehmer, bei denen ALLES reine Willenssache ist, und deshalb alles immer gleich und sofort funktioniert - DIE lieben sich und ihr Leben am allermeisten. Logisch. Bei so viel Erfolg.

 

Tja, und dann gibt es noch alle anderen. Nämlich UNS. WIR sind auch noch da. Und WIR tun uns manchmal ganz schön schwer mit der Selbstwahrnehmung und Selbstliebe.

Ich kann hier leider kein Allheilmittel in Sachen "Fehlende Selbstliebe" zur Verfügung stellen. Aber ich kann über das eine oder andere schreiben, das auf jeden Fall funktionieren wird. Versprochen!

Und los geht´s...

 

GUT ZU SICH SELBST SEIN.

"Verwöhne dich ein bisschen und schon liebst du dich selbst"- so einfach ist es leider nicht. Davon kann jeder ein Liedchen singen, der schon stundenlang in duftendem Badewasser, mit Buch in der Hand und Kerzen außen rum, lag. 

Trotzdem hat der Ratschlag "SEI GUT ZU DIR" etwas für sich. Nicht zu verwechseln mit "Tu, was bequem für dich ist."

Gut zu uns selbst sein, bedeutet, dass wir das tun, was unserem Körper und unserer Seele wirklich gut tut: 

Gesünder essen, sich mehr bewegen, meditieren statt Facebook, digitale Auszeiten, etwas mehr lesen statt Dauer-Netflix. 

Das gefällt uns zwar nicht immer, aber auf lange Sicht gesehen, werden wir es sehr zu schätzen wissen.

 

Die eigenen Gedanken erforschen.

Nur weil wir etwas denken, heißt das nicht, dass es auch wahr sein muss. Viele von euch wissen bestimmt, wovon ich spreche: Unsere Gedanken können uns ziemlich leicht auf die dunkle Seite der Macht ziehen. Vor allem die, die uns klein machen und fern von jeglicher Selbstliebe halten.

Wir müssen uns eines immer wieder klar machen: Nur weil wir etwas denken, muss es nicht zwangsläufig wahr sein.

 

Sich selbst vergeben.

Mit großem Erfolg ´selbst zerfleischen´ kann man sich, indem man ständig über irgendwelche "Vergehen" nachdenkt. Vergehen der Sorte "moralische Leiche", von der mit Sicherheit jeder von uns ein, zwei im Keller liegen hat. Natürlich ist alles längst Vergangenheit und keiner redet mehr drüber. Und alle haben uns längst verziehen. Nur wir selbst können das nicht. Wir können uns selbst nicht verzeihen. Warum eigentlich nicht? Denn wäre "diese Sache" jemand anderem passiert, hätten wir schon vor ewigen Zeiten gesagt: Schwamm drüber. Vergessen, vorbei. Warum verhalten wir uns nicht auch so uns selbst gegenüber? Es wäre ein großer Schritt Richtung SELBSTLIEBE.

 

Realistisch sein.

Wir meinen, nur bei uns selbst geht ständig etwas daneben? Oh, no! Auch der Travelblogger sitzt nicht jeden Tag unter einer Palme und schlürft seinen Caipirinha und die Fashionista auf Instagram kredenzt sich auch nicht jeden Morgen ihr `oatmeal´ im zerwühlten Bett. Selbst die großen Influencer müssen sich dann und wann mit ihrem ´beach-knie´ auf dem Foto zufrieden geben, weil der Rest an diesem Tag nicht ganz so perfekt aussieht, wie es sein sollte. Wohl niemand steht immer nur auf der Sonnenseite des Lebens. Also sollten wir das auch nicht von uns erwarten!

Es wird immer Momente geben, in denen uns etwas nicht gelingt und wir uns selbst auf die Nerven gehen. Aber hey - das heißt nicht, dass wir uns nicht selbst lieben können ... eben mit allen Ecken und Kanten.

 

Die Selbstliebe niemals an das Urteil anderer hängen.

Bewertungen gehören zu unserem Alltag. Wir liken auf Facebook oder Instagram was das Zeug hält. Oder eben auch nicht. Manche gehen zu Castings und wieder andere tindern auf Teufel komm raus. Immer mit dem einen Hintergedanken "Was bin ich wert?" Aber HALT! Es gibt nichts subjektiveres als die Meinung anderer. Dita van Teese sagte einmal "Du kannst der reifste und saftigste Pfirsich auf der ganzen Welt sein, den es gibt. Aber es wird immer Menschen geben, die Pfirsiche nicht mögen."

 

Etwas tun, das uns begeistert.

Einfach, aber genial. Etwas zu tun, das man liebt, einfach weil man es liebt. Nicht weil man es kann. Ob dies ein Fallschirmsprung, ein Nähkurs, free climbing, Origami, der Italienisch Kurs, oder was auch immer ist... Wir tun etwas, das wir lieben, das uns elektrisiert, uns Angst macht oder zum Grinsen bringt... Etwas nur für uns zu tun, das wir uns von Herzen wünschen - bestes Futter für die Selbstliebe, glaubt mir.

 

Für sich selbst einstehen.

Es wird immer wieder Situationen geben, in denen uns übel mitgespielt wird, in denen wir ungerecht behandelt werden. Wie leicht wäre es jetzt, den Kopf hängen zu lassen und in Selbstmitleid zu versinken? Denn gerade das Selbstmitleid wird sofort parat stehen und an unsere Tür klopfen. Aber natürlich öffnen wir nicht! DENN WIR HABEN DIE WAHL. Wir können uns frei und mit allem was wir haben gegen Selbstmitleid, Frust und Gram und FÜR Mut, Eigenständigkeit und Souveränität entscheiden. Wir lassen andere nicht mehr auf uns herumtrampeln. Denn nichts killt die Selbstliebe mehr!

Mal ganz ehrlich, was haben wir zu verlieren, wenn wir den Kopf oben halten und uns für uns selbst stark machen? Eben. Nichts. Wir können nur gewinnen!

 

Denn wie Charlie Chaplin vor mehr als 60 Jahren schon schrieb:

"Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinender...und es entstehen neue Welten."

 

Mit diesem Beitrag darf ich mich für das Alte Jahr verabschieden. Ich danke allen, die unsere junge Seite so treu begleitet haben - das war eine wunderbare Erfahrung für mich. Eine eigene Blogseite zu erstellen, war ein Herzenswunsch und ich habe ihn 2019 wahr gemacht. Es war ein gutes Jahr. Und für das Kommende wünsche ich uns allen, dass es positiv und gesund beginnt, seine Hoch-Zeit erlebt und mit Glück und Zufriedenheit endet. 

Nicht gerade bescheiden, ich weiß - aber wir alle haben etwas Gutes verdient.