Charisma. Das gewisse Etwas.

Ich habe in der Vergangenheit einen sehr kurzen Beitrag über "Charme" geschrieben. Eigentlich waren es nur ein paar Sätze - es war bei weitem nicht annähernd so umfangreich wie ein Blogbeitrag und erschien auch nicht hier, sondern auf Instagram  https://www.instagram.com/petra.apotheke/

Jedoch scheint diese kurze Ausführung einigen im Gedächtnis geblieben zu sein. Immer wieder bekomme ich Zuschriften, den "Charme-Artikel" doch noch einmal aufleben zu lassen - das sei ein so "spannendes" Thema. "Kann man Charme lernen?", heißt es beispielsweise, oder "Wäre ich doch nur charmanter"!

 

Dankbar über solch eine willkommene Inspiration (ich freue mich sehr über jegliche Anregung), nehme ich die Bitte gerne auf und werde schreiben - ja, worüber werde ich schreiben? Nicht über Charme, sondern (meiner Meinung nach) über etwas noch spannenderes... nämlich CHARISMA.

 

Charismatische Menschen strahlen etwas ganz besonderes aus. Wir fühlen uns von ihnen angezogen. Sie sind erfolgreich und werden bewundert.

Aber was genau steckt hinter dem Begriff Charisma?

 

Charisma kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gnadengabe“. Heißt das, dass nur wenige Menschen mit Charisma gesegnet sind und die anderen einfach Pech gehabt haben?

Dem ist keineswegs so. Denn es gibt viele Möglichkeiten, an der eigenen Ausstrahlung zu arbeiten.

Bevor ich allerdings im Detail dazu komme, möchte ich noch kurz über das echte, bzw. falsche Charisma sprechen. 

 

Mit falschem Charisma meine ich die Ausstrahlung von Hochstaplern, Sektenführern und anderen Menschen, die es nicht gut mit uns meinen. Sie nutzen ihre Anziehungskraft, um ihre Umgebung zu manipulieren und ihr zu schaden. Echtes Charisma ist anders: Es zeigt die authentische Persönlichkeit, ohne zu blenden und zu täuschen. Und um diese echte Ausstrahlung soll es in folgendem gehen.

AUTHENTIZITÄT 

Wer meint Charisma lasse sich reduzieren auf die passende Körperhaltung, den richtigen Händedruck, ein gewinnendes Lächeln, oder vielleicht ein paar rhetorische Tricks, mit denen man andere in den Bann ziehen kann - der liegt falsch. Echtes Charisma hat wenig mit einstudiertem Auftreten zu tun, wenn die Basis nicht stimmt. Mit Tricks zur Körpersprache kann man höchstens falsches Charisma erreichen, doch darum soll es hier ja nicht gehen. Eine authentische, positive Ausstrahlung entwickelt man dann, wenn man wahrhaftig ist und wertvolle Eigenschaften in sich kultiviert.

 

SELBSTLIEBE

Charismatische Persönlichkeiten scheinen in sich zu ruhen und mit sich selbst im Reinen zu sein. Sie lieben sich selbst, ohne dabei selbstverliebt zu sein – eine Gratwanderung. Selbstliebe  fällt manchem von uns schwer, sehen wir doch in erster Linie immer auf die Charakterzüge, die uns nicht an uns gefallen. An diesem Punkt müssen wir uns unserer Stärken bewusst werden, statt ständig mit den Schwächen zu hadern. Wir sollten uns mit Menschen umgeben, die uns mögen und uns von ihnen erklären lassen, warum sie dies tun.

Sport zu treiben ist eine hervorragende Möglichkeit, den eigenen Körper besser kennen zu lernen und sich auf ihn verlassen zu können. Wir sollten positiv mit uns selbst sprechen und überhaupt mit uns selbst genauso gut umgehen, wie mit einem anderen geliebten Menschen. Damit geht es uns nicht nur selbst besser, wir entwickeln dadurch auch eine beeindruckendere Ausstrahlung.

 

INTERESSE ZEIGEN

Interesse an anderen Menschen wirkt sehr anziehend, allerdings nur dann, wenn es auch echt ist. Wir sollten lernen, neugierig auf andere Sichtweisen und Geschichten zu sein, ohne zu verurteilen. Während eines Gespräches Blickkontakt aufzunehmen, sich Namen und Gesichter zu merken, überhaupt aktiv zuzuhören und Rückfragen zu stellen,zeigt unserem Gegenüber, dass wir sie/ihn ernst nehmen und echtes Interesse an ihren/seinen Aussagen haben. Dies bleibt viel mehr im Gedächtnis, als wenn wir immer nur von uns selbst erzählen.

 

EHRLICHKEIT

Ein authentisches, charismatisches Auftreten kann man nur dann erreichen, wenn man ehrlich und wahrhaftig ist. Das bedeutet: Keine lahmen Ausreden verwenden, niemandem nach dem Mund reden, nicht schmeicheln und keine leeren Versprechungen machen. Die eigene  Meinung sagen und dabei höflich und freundlich bleiben. Ehrlichkeit bedeutet nicht, andere ungefragt zu kritisieren oder bei jeder Gelegenheit den eigenen Senf dazuzugeben. Es bedeutet, sich gut zu überlegen, was man sagen will, es dann angemessen zu formulieren und zu dem zu stehen, was man gesagt hast. Das ist ehrlich, authentisch und eine gute Basis für Charisma.

 

GELASSENHEIT

Wer hektisch hin- und her rennt und ständig von einem Termin zum anderen hetzt, ist nicht besonders charismatisch. Eine beeindruckende Ausstrahlung haben diejenigen, die trotz Stress und Termindruck gelassen bleiben und in sich zu ruhen scheinen. Die den Überblick behalten und vielleicht sogar andere mit ihrer Ruhe anstecken können. Das zu erreichen, ist nicht so einfach und hat viel mit dem eigenen Stressmanagement zu tun. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Gelassenheit ist Meditation. Man sollte sich die Zeit nehmen, täglich wenigstens für zehn Minuten zur Ruhe zu kommen und sich nur auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Auf Dauer wird das die innere Ruhe und damit auch die eigene Ausstrahlung, bzw. das Charisma verbessern.

OPTIMISMUS 

Charismatische Menschen haben eine positive Grundhaltung und können andere damit anstecken. Sie halten sich nicht unnötig mit Selbstzweifeln auf, sondern schauen nach vorne und erwarten das Gute. Gleichzeitig sind sie aber nicht naiv, sondern haben einen gesunden, realistischen Optimismus entwickelt. Diese Lebenseinstellung kann man lernen:

Sie basiert auf einem guten Selbstvertrauen und der Möglichkeit, eigene Fähigkeiten und Chancen gut einschätzen zu können. Außerdem braucht man einen Blick für die positiven Dinge. Hierfür ist zum Beispiel ein Glückstagebuch hilfreich: Man sollte jeden Tag drei Dinge aufschreiben, die uns gut gelungen sind, Spaß gemacht haben, oder wofür wir dankbar waren. Das ist ein guter Weg, auf Dauer optimistischer zu werden.

 

UNTERSTÜTZUNG

Eine Ellenbogenmentalität passt nicht zu Charismatikern. Sie haben einen guten Blick für die Bedürfnisse anderer und helfen ihnen gerne. Ausnutzen lassen sie sich aber nicht. Sie finden eine gute Balance zwischen den eigenen Bedürfnissen und Zielen und denen anderer.

 

MUT

Damit den leichtesten Weg zu gehen, beeindruckt man niemanden. Charismatische Menschen gehen Risiken ein, wenn ihnen die Sache wichtig ist. Sie springen über ihren eigenen Schatten und gehen mutig ihren Weg. Aber Vorsicht: Man sollte Mut und Risikobereitschaft nicht mit Wagemut verwechseln. Unüberlegte, voreilige Schritte wirken nicht anziehend. Kalkulierte, mutige Schritte dagegen schon.

 

KEINE DROGEN

Im Drogenrausch oder im Alkoholsuff ist niemand charismatisch. Wer Rauschmittel konsumiert, verliert die Selbstkontrolle, die Berechenbarkeit und die geistige Klarheit. Deshalb sollte man unbedingt auf Drogen und den übermäßigen Konsum von Alkohol verzichten, so man charismatisch erscheinen möchte.

 

HUMOR

Wer verbissen durchs Leben geht, hat keine besonders beeindruckende Ausstrahlung. Humor, Lockerheit und eine gewisse Fehlertoleranz gehören zu einem charismatischen Auftreten dazu. Das bedeutet: Sich selbst nicht zu ernst nehmen. Akzeptieren, dass wir nicht perfekt sind und dass wir selbst Fehler machen. Was soll’s? Über sich selbst lachen zu können, wirkt oft besonders anziehend.

 

AUFTRETEN

Wie oben bereits erwähnt machen eine aufrechte Haltung und ein angenehmer Händedruck noch längst kein Charisma. Wenn die Basis nicht stimmt, entsteht dadurch auch keine beeindruckende Ausstrahlung, die länger anhält. Umgekehrt gilt aber auch: Alle guten Eigenschaften bringen uns kein Charisma, wenn wir mit gebeugtem Rücken durch die Gegend schlurfen und niemandem in die Augen schauen.

 

Nachdem wir uns bis hierher doch recht umfassend mit den Wesenszügen eines Charismatikers beschäftigt haben, ist es jetzt an der Zeit, unser Auftreten in Bezug auf Charisma mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und das bedeutet: 

 

- Wir sollten einen Kleidungsstil finden, der zu uns passt und in dem wir uns wohl fühlen. Kleider machen Leute – das ist auch beim Thema Charisma eine gültige Regel  .

  - Eine gepflegte Erscheinung ist wichtig – das bezieht sich auf  Kleidung und Schuhe, genauso wie auf Haare und Fingernägel.

  -  Aufrecht daherkommen und dem Gesprächspartner in die Augen schauen. Nicht starren – etwa drei Sekunden werden vom Gegenüber als angenehm empfunden. Auch sollte die Körpersprache zu dem passen, was man sagen möchte. Also Schluss mit Augen klimpern und schief gelegtem Kopf.

 

  Und nun kommt der wahrscheinlich wichtigste Rat von allen: Um Charisma zu entwickeln, sollte man nicht charismatisch sein wollen. Klingt absurd? Ist es auch ein wenig. Aber: Charisma kann man nicht erzwingen. Man merkt, wenn es jemand zu sehr versucht und unbedingt charismatisch sein will. Und damit verfliegt auch der beste Eindruck auf der Stelle.

Aber wir haben bis hierher einiges über die guten Eigenschaften der Charismatiker gehört. Und genau das sollten wir uns zunutze machen und diese am besten zum Selbstzweck entwickeln und trainieren. Einen Sinn in unserem Tun finden, optimistisch sein, selbstbewusst, ehrlich und hilfsbereit. All diese Fähigkeiten eines charismatischen Menschen machen unser Leben glücklicher und erfüllter. Und daran sollten wir arbeiten. Und das Charisma, das kommt dann fast von alleine.

 

Und damit verbleibe ich, natürlich mit den besten Wünschen für eine neue, gesunde Woche, wie immer-

 

Die Petra aus der Petra Apotheke.