Sind wir auf den Hund gekommen?

Tierhaltung in Zeiten von Corona wird erklärt von der Petra Apotheke Kaiserslautern (apotheke kaiserslautern) Ihre Experten für mentale Gesundheit.

Homeoffice oder Kurzarbeit, da hab‘ ich doch Zeit für einen Hund! Denken zur Zeit viele und wollen sich kurzfristig einen Welpen anschaffen. Die Nachfrage jedenfalls ist riesig! Besonders Golden Retriever, Pudelmischlinge und Labradore stehen hoch im Kurs.

 

Die Ausgangssperren in vielen Ländern und die damit verbundene Isolation weckten vermehrt den Wunsch nach einem Haustier. Doch aufgrund der COVID-19 Pandemie vermitteln viele Tierheime derzeit keine Tiere.        Dazu sehen viele seriöse Züchter aktuell davon ab, Welpen zu züchten. Illegale Welpenhändler und unseriöse Vermehrer hingegen gehen weiterhin ihren dubiosen Geschäften nach, die hauptsächlich über Online-Portale abgewickelt werden.

Wer sich übereilt einen Hundewunsch erfüllt, könnte damit unwissentlich den illegalen Welpenhandel befeuern. Kriminelle Verkäufer aus Osteuropa finden immer einen Weg, Hunde aus Welpenfabriken anzubieten.                Solange es keine Verifizierungspflicht auf Kleinanzeigen-Portalen gibt, können illegale Händler weiter uneingeschränkt auf dem Online-Markt agieren.           Wer sich tierischen Familienzuwachs wünscht, sollte warten, bis die Tierheime wieder geöffnet sind oder sich ausschließlich an vertrauenswürdige Quellen wenden.

Ein Haustier bedeutet dauerhaft Verantwortung - auch nach der Krise.                                             Tiere sind in Krisenzeiten oft emotionale Stützen. Ihre Anwesenheit reduziert Stress und wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit aus. Doch wer sich ein Haustier wünscht, sollte bedenken, dass Tiere im Haushalt langfristig Verantwortung bedeuten.                        Jeder, der derzeit über ein Haustier nachdenkt, sollte berücksichtigen, dass das gesellschaftliche und berufliche Leben irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren wird. Bevor man sich also für ein Tier entscheidet, bitte genau abwägen, ob Verantwortung - sowohl emotional als auch finanziell - über Jahre hinweg garantiert werden kann. Auch den Zeitfaktor gilt es zu bedenken.

 

Lässt der normale Alltag genug Raum, um sich ausreichend um ein Tier zu kümmern? Kann man den Hund zur Arbeit mitnehmen, wenn alle Sperren aufgehoben sind?            Tiere haben individuelle Ansprüche, die für ihr Wohlbefinden erfüllt werden müssen. Es sind fühlende Lebewesen, denen wir über eine lange Zeit unsere Aufmerksamkeit und Liebe schenken sollten. Nicht nur dann, wenn man gerade Leerlauf hat.

Nicht dass der Vierbeiner umgehend wieder in der Welpenklappe landet.

Was hat es mit Welpenklappe auf sich, werdet ihr euch fragen?

Am Beispiel München sieht dies so aus:

Mitten in einem von Münchens besten Vierteln,ganz in der Nähe des Prinzregentenplatzes, steht auf dem Gehsteig ein altes Fahrrad, darauf montiert eine Holzkiste mit Deckel und der Aufschrift "Welpenklappe".

Wer auch immer seinen Hund nicht mehr behalten möchte,

kann ihn anonym in diese Kiste stecken.

Zuletzt war ein Dackel in der Kiste. Ein Dackel?

In München?

Das kann doch gar nicht sein, denkt man da, ausgerechnet in München, in dieser reichen Stadt - und wo der Dackel eigentlich der Liebling der Münchner ist! 

Aber die Zeiten haben sich auch hier verändert, die Not ist anders - neu! Die Menschen haben mehr Probleme als früher. Mit sich, mit ihren Ansprüchen, mit ihrem Verantwortungsbewusstsein. Was genau es ist, werde ich hier nicht klären können.

Aber eines steht fest: wenn in München ein Dackel in der Welpenklappe landet, dann ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Ganz und gar nicht!